Geologie der Drover Heide: Wie Untergrund und Landschaft entstanden
„Tektonische Verwerfungen, Rheinkiese und Lössauflagen erklären die nährstoffarmen Böden, das Quellwasser und die Kleinstgewässer der Drover Heide.“
Naturschutzgebiet im Kreis Düren
Die Drover Heide im Kreis Düren beherbergt Arten, die in der übrigen Kulturlandschaft NRWs kaum noch zu finden sind: Ziegenmelker und Kammmolch, Glockenheide und Pfeifengras im etwa 600 Hektar großen Naturschutzgebiet. Wie das möglich ist, lässt sich in einer langen Geschichte von Erdgeschichte, jahrhundertelanger Nutzung als Allmende, Militär und aktivem Naturschutz erzählen.
Auf dieser weitläufigen Fläche entfaltet sich ein Mosaik seltener Lebensräume: trockene Heideflächen mit Besenheide, feuchte Senken mit Glockenheide und Torfmoosen, nährstoffarme Flachgewässer mit Libellen und Wasserinsekten. Über 460 Pflanzenarten und zahlreiche bedrohte Tierarten haben sich hier angesiedelt, darunter Arten, die auf intensiv bewirtschafteten Flächen keine Überlebenschance hätten.
Was diese Vielfalt ermöglicht hat, sind zwei lange Kapitel der Geschichte. Das erste liegt im Untergrund: Die Lage am Übergang zwischen Eifelrand und Niederrheinischer Bucht sowie eiszeitliche Kiese, Sande und unterschiedlich mächtige Lössauflagen haben Böden geschaffen, die vielerorts für intensive Landwirtschaft wenig geeignet sind, für Heide- und Magerrasenarten jedoch günstige Bedingungen bieten. Das zweite Kapitel schrieb das 20. Jahrhundert: Ab 1914 übten Kaiserliches Heer, Wehrmacht und später belgische NATO-Truppen hier auf einem Truppenübungsplatz. Die militärische Nutzung verhinderte Bebauung und Entwässerung. Gleichzeitig entstanden durch Fahrspuren, Bodenverwundungen und offene Rohböden zahlreiche Lebensräume, die heute für viele seltene Arten von Bedeutung sind.
Heute ist aktiver Einsatz nötig, um das zu erhalten, was Geologie und Geschichte hinterlassen haben. Ohne Mahd und Beweidung würden Birken und Kiefern die Heideflächen in wenigen Jahrzehnten schließen. Die Biologische Station Düren pflegt das Gebiet seit 1999, die NRW-Stiftung sichert seit 2016 das Eigentum. Dieses Portal versammelt, was über die Drover Heide bekannt ist: ihre Entstehung, ihre Tier- und Pflanzenwelt — und den Einsatz, der nötig ist, um diesen Ort zu bewahren.
Kartendaten: © OpenStreetMap contributors (ODbL)
Historische Spuren und der Wandel der Landschaft in der Drover Heide.
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„Heide wächst nicht von selbst. Schottische Hochlandrinder, Thüringer Waldziegen, Schafe und kontrolliertes Brennen halten die offene Landschaft der Drover Heide seit 2005 am Leben — koordiniert von der Biologischen Station Düren.“
„Im Januar 2019 rückten Bagger an die ehemalige Nike-Raketenstation Thum heran. Innerhalb weniger Monate fielen 20 Gebäude und der markante Wachturm den Abbrucharbeiten zum Opfer. Drei Personenschutzbunker blieben für Fledermäuse erhalten. Das Gelände ist heute wieder Teil des Naturschutzgebiets Drover Heide.“
Organisationen, die das Naturschutzgebiet betreuen, schützen und erschließen.
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Historische Einordnung
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